Gerichtsentscheidungen zum KI-Einsatz im Verfahren

Veröffentlichte Entscheidungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, in denen sich ein Gericht zum Einsatz künstlicher Intelligenz geäußert hat: durch die Anwaltschaft, durch Beteiligte, durch Sachverständige oder durch das Gericht selbst. Laufend ergänzt.

Stand: 16.08.2026 · 8 Entscheidungen

GerichtDatum AktenzeichenKernaussage
Hessischer Verwaltungsgerichtshof DE · KI-Einsatz: Gericht 24.06.2026 3 A 2624/25Beschluss In einem Vorlagebeschluss an den EuGH tragen mehrere Belegstellen den URL-Parameter „source=chatgpt.com“, ohne dass die Nutzung offengelegt wird; der Senat sieht darin keinen Korrekturbedarf und ordnet die Zitierweise der richterlichen Unabhängigkeit zu. Hessenrecht nach Sekundärquelle
Schweizerisches Bundesgericht CH · KI-Einsatz: Beteiligte 02.06.2026 9C_235/2026Urteil Wer in einer offensichtlich mit künstlicher Intelligenz verfassten Eingabe nicht konkret auf die Erwägungen der Vorinstanz eingeht, genügt der Begründungspflicht nicht. entscheidsuche.ch Volltext geprüft
Kammergericht Berlin DE · KI-Einsatz: Anwaltschaft 20.11.2025 17 WF 144/25Beschluss Rechtsanwälte sind verpflichtet, mithilfe von KI verfasste Schriftsätze zu prüfen, insbesondere darauf, ob enthaltene Rechtsprechungszitate das Ergebnis einer fantasierenden KI sind. BRAK-Newsroom nach Sekundärquelle
Verwaltungsgericht Köln DE · KI-Einsatz: Beteiligte 14.11.2025 4 L 3030/25Beschluss Fehlerhafte Zitate in der Antragsschrift legen nahe, dass der Antragsteller sie mithilfe eines KI-Werkzeugs erstellt und dessen Ergebnisse ungeprüft übernommen hat. dejure.org Volltext geprüft
Landgericht Darmstadt DE · KI-Einsatz: Sachverständige 10.11.2025 19 O 527/16Beschluss Setzt ein gerichtlicher Sachverständiger bei der Gutachtenerstellung in erheblichem Umfang KI ein, ohne dies offenzulegen, kann seine Vergütung auf null festgesetzt werden. Hessenrecht nach Sekundärquelle
Oberster Gerichtshof AT · KI-Einsatz: Anwaltschaft 07.10.2025 14 Os 95/25iBeschluss Ein offenbar ohne fachliche Kontrolle mittels künstlicher Intelligenz erstelltes Rechtsmittel, das mit Fehlzitaten teils nicht existierender Höchstgerichtsentscheidungen durchsetzt ist, erreicht das angemessene Argumentationsniveau nicht. RIS Volltext geprüft
Landgericht Frankfurt am Main DE · KI-Einsatz: Anwaltschaft 25.09.2025 2-13 S 56/24Beschluss Es gehört zu den Grundpflichten anwaltlicher Tätigkeit, weder Fundstellen im Volltext zu erfinden noch von einem Chatbot vorgeschlagene Textquellen ungeprüft in einen Schriftsatz zu übernehmen. dejure.org nach Sekundärquelle
Amtsgericht Köln DE · KI-Einsatz: Anwaltschaft 02.07.2025 312 F 130/25Beschluss Wer ungeprüft KI-generierte, frei erfundene Fundstellen in einen Schriftsatz übernimmt und dadurch Unwahrheiten über den Inhalt von Gesetzen und Urteilen verbreitet, verstößt gegen das Sachlichkeitsgebot des § 43a Abs. 3 BRAO. NRWE (Volltext) Volltext geprüft

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Bewusst nicht aufgenommen

  • Entscheidungen, in denen das Gericht selbst keine künstliche Intelligenz erwähnt. OLG Celle, 29.04.2025, 5 U 1/25 spricht ausschließlich von einem Fehlzitat, das weder bei juris noch bei beck-online auffindbar sei; die Zuordnung zu KI stammt aus der Fachpresse und aus der späteren Entscheidung des VG Köln, nicht aus dem Beschluss selbst. KG Berlin, 25.08.2025, 3 ORbs 164/25 behandelt automatisierte Prozessführung mit Textbausteinen, ebenfalls ohne KI zu nennen. Beide Volltexte wurden dafür geprüft.
  • Entscheidungen ohne auffindbares Aktenzeichen oder Datum, auch wenn sie in Aufsätzen genannt werden.
  • Presseberichte über Verfahren, zu denen keine veröffentlichte Entscheidung vorliegt.

Die Zusammenfassungen geben den Inhalt der Entscheidungen verkürzt wieder und ersetzen weder deren Lektüre noch die Prüfung des Einzelfalls. Keine Rechtsberatung.