Laufend aktualisiert

Rechtsprechungs-Tracking: KI vor Gericht

Wie beurteilen Gerichte den Einsatz von KI? Wir sammeln die veröffentlichten Entscheidungen und ordnen ihre Kernaussagen ein.

12 Entscheidungen
Gemalte blaue, cremefarbene und ockerfarbene Flächen, verbunden durch einen freien Pinselstrich

Die Entscheidungen im Überblick

Veröffentlichte Entscheidungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, in denen sich ein Gericht zum Einsatz künstlicher Intelligenz geäußert hat: durch die Anwaltschaft, durch Beteiligte, durch Sachverständige oder durch das Gericht selbst. Laufend ergänzt.

  1. DE · KI-Einsatz: Anwaltschaft

    Bundesarbeitsgericht

    Beschluss · 2 AZN 339/26

    Eine anwaltliche Signatur genügt dem Vertretungszwang nicht, wenn Form und Inhalt einschließlich zahlreicher erfundener oder falsch wiedergegebener Entscheidungen zweifelsfrei zeigen, dass ein fremder Schriftsatz ungeprüft übernommen wurde.

    Bundesarbeitsgericht Volltext geprüft
  2. AT · KI-Einsatz: Beteiligte

    Bundesverwaltungsgericht Österreich

    Beschluss · W298 2341849-1/19Z

    Wegen beharrlich wiederholter, nach Einschätzung des Gerichts KI-generierter Eingaben ohne neue Tatsachen oder Beitrag zur Aufklärung verhängt das Gericht eine Mutwillensstrafe von 200 Euro.

    RIS Volltext geprüft
  3. CH · KI-Einsatz: Beteiligte

    Schweizerisches Bundesgericht

    Urteil · 7B_814/2026

    Auf eine mutmaßlich teilweise KI-erstellte Beschwerde tritt das Bundesgericht mangels hinreichender Auseinandersetzung mit der Vorentscheidung nicht ein, lässt grundsätzliche Zweifel an ihrem Telegrammstil aber offen.

    Bundesgericht Volltext geprüft
  4. CH · KI-Einsatz: Beteiligte

    Schweizerisches Bundesgericht

    Urteil · 4A_231/2026

    Eine nach eigenen Angaben KI-erstellte Beschwerde scheitert überwiegend an der Begründungspflicht; ob eine derartige Beschwerde grundsätzlich zulässig ist, lässt das Bundesgericht ausdrücklich offen.

    Bundesgericht Volltext geprüft
  5. DE · KI-Einsatz: Gericht

    Hessischer Verwaltungsgerichtshof

    Beschluss · 3 A 2624/25

    In einem Vorlagebeschluss an den EuGH tragen mehrere Belegstellen den URL-Parameter „source=chatgpt.com“, ohne dass die Nutzung offengelegt wird; der Senat sieht darin keinen Korrekturbedarf und ordnet die Zitierweise der richterlichen Unabhängigkeit zu.

    Hessenrecht nach Sekundärquelle
  6. CH · KI-Einsatz: Beteiligte

    Schweizerisches Bundesgericht

    Urteil · 9C_235/2026

    Wer in einer offensichtlich mit künstlicher Intelligenz verfassten Eingabe nicht konkret auf die Erwägungen der Vorinstanz eingeht, genügt der Begründungspflicht nicht.

    entscheidsuche.ch Volltext geprüft
  7. DE · KI-Einsatz: Anwaltschaft

    Kammergericht Berlin

    Beschluss · 17 WF 144/25

    Rechtsanwälte sind verpflichtet, mithilfe von KI verfasste Schriftsätze zu prüfen, insbesondere darauf, ob enthaltene Rechtsprechungszitate das Ergebnis einer fantasierenden KI sind.

    BRAK-Newsroom nach Sekundärquelle
  8. DE · KI-Einsatz: Beteiligte

    Verwaltungsgericht Köln

    Beschluss · 4 L 3030/25

    Fehlerhafte Zitate in der Antragsschrift legen nahe, dass der Antragsteller sie mithilfe eines KI-Werkzeugs erstellt und dessen Ergebnisse ungeprüft übernommen hat.

    dejure.org Volltext geprüft
  9. DE · KI-Einsatz: Sachverständige

    Landgericht Darmstadt

    Beschluss · 19 O 527/16

    Setzt ein gerichtlicher Sachverständiger bei der Gutachtenerstellung in erheblichem Umfang KI ein, ohne dies offenzulegen, kann seine Vergütung auf null festgesetzt werden.

    Hessenrecht nach Sekundärquelle
  10. AT · KI-Einsatz: Anwaltschaft

    Oberster Gerichtshof

    Beschluss · 14 Os 95/25i

    Ein offenbar ohne fachliche Kontrolle mittels künstlicher Intelligenz erstelltes Rechtsmittel, das mit Fehlzitaten teils nicht existierender Höchstgerichtsentscheidungen durchsetzt ist, erreicht das angemessene Argumentationsniveau nicht.

    RIS Volltext geprüft
  11. DE · KI-Einsatz: Anwaltschaft

    Landgericht Frankfurt am Main

    Beschluss · 2-13 S 56/24

    Es gehört zu den Grundpflichten anwaltlicher Tätigkeit, weder Fundstellen im Volltext zu erfinden noch von einem Chatbot vorgeschlagene Textquellen ungeprüft in einen Schriftsatz zu übernehmen.

    dejure.org nach Sekundärquelle
  12. DE · KI-Einsatz: Anwaltschaft

    Amtsgericht Köln

    Beschluss · 312 F 130/25

    Wer ungeprüft KI-generierte, frei erfundene Fundstellen in einen Schriftsatz übernimmt und dadurch Unwahrheiten über den Inhalt von Gesetzen und Urteilen verbreitet, verstößt gegen das Sachlichkeitsgebot des § 43a Abs. 3 BRAO.

    NRWE (Volltext) Volltext geprüft

Sie kennen eine Entscheidung, die hier fehlt? Wir nehmen sie auf: contact@sentanova.de

Bewusst nicht aufgenommen

  • Entscheidungen, in denen das Gericht selbst keine künstliche Intelligenz erwähnt. OLG Celle, 29.04.2025, 5 U 1/25 spricht ausschließlich von einem Fehlzitat, das weder bei juris noch bei beck-online auffindbar sei; die Zuordnung zu KI stammt aus der Fachpresse und aus der späteren Entscheidung des VG Köln, nicht aus dem Beschluss selbst. KG Berlin, 25.08.2025, 3 ORbs 164/25 behandelt automatisierte Prozessführung mit Textbausteinen, ebenfalls ohne KI zu nennen. Beide Volltexte wurden dafür geprüft.
  • Entscheidungen ohne auffindbares Aktenzeichen oder Datum, auch wenn sie in Aufsätzen genannt werden.
  • Presseberichte über Verfahren, zu denen keine veröffentlichte Entscheidung vorliegt.

Die Zusammenfassungen geben den Inhalt der Entscheidungen verkürzt wieder und ersetzen weder deren Lektüre noch die Prüfung des Einzelfalls. Keine Rechtsberatung.

Alle Legal-AI Einblicke